Weinberge auf einem Vulkan, mitten im Atlantik, näher an Afrika als an Europa – und aus uralten Reben, die es so fast nirgends sonst auf der Welt gibt. Willkommen auf den Kanaren! Klar kennt ihr die Inseln als Urlaubsziel. Aber Wein? Und was für einer. Lou und Jonas klären heute alles: Wo liegen die Kanaren, welche Inseln gehören dazu, welche davon machen Wein – und welche Rebsorten und Stile erwarten euch dort? Von der Mondlandschaft La Geria auf Lanzarote, wo jede Rebe einzeln in einem Vulkanasche-Trichter wächst, bis zu den höchsten Weinbergen Spaniens auf Teneriffa. Und am Ende kommt das Wein-ABC mit einem echten Schatz der Weingeschichte – Stichwort: wurzelechte Reben.
Wein der Woche
grey Grauburgunder – Rheinhessen, Deutschland | Rheinberg Kellerei
Alles andere als grau – der „grey“ ist ein lebendiger, trockener Grauburgunder aus Rheinhessen, ausgezeichnet mit 88 Punkten beim Falstaff-Tasting und der Silbernen Kammerpreismünze Rheinland-Pfalz. In der Nase fein duftend nach Birne, Apfel und würzigen Kräuternoten. Am Gaumen frisch, vollmundig, gut ausbalanciert mit kräftiger Säure und einer langen Frucht. Sortentypisch und alltagstauglich – perfekt zu hellem Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten. Erhältlich bei EDEKA und edeka24.de
Weinlexikon: W wie Wurzelechte Reben (Pie Franco)
Ende des 19. Jahrhunderts vernichtete die Reblaus – ein winziger Schädling aus Amerika – fast den gesamten europäischen Weinbau. Die Lösung, bis heute weltweit Standard: europäische Edelreben werden auf widerstandsfähige amerikanische Wurzeln gepfropft. Rund 80 Prozent aller Reben der Welt stehen heute auf einer solchen „fremden“ Unterlage. Die Kanaren aber hat die Reblaus nie erreicht – der sandige Vulkanboden und die Insellage haben die Reben geschützt. Heißt: Sie stehen bis heute auf ihren eigenen Wurzeln, „wurzelecht“ – manche Stöcke über 200 Jahre alt. Hier haben Rebsorten überlebt, die anderswo längst ausgestorben sind, und genau das erklärt die einzigartige Sortenvielfalt der Inseln. Ein ehrlicher Nachtrag: Ganz ungestört ist dieser Schatz seit Kurzem nicht mehr. Im August 2025 wurde erstmals die Reblaus auf Teneriffa entdeckt – bislang nur an wenigen Reben in aufgegebenen Weinbergen. Die Insel kämpft jetzt um den Erhalt dieses einzigartigen Erbes.